Dienstag, 14. April 2009

TAG 1 oder besser Stunde 1

Nun das war ja ein interessanter Einstieg. Ich komme in die Markgraf-Rüdiger-Gasse, bereit wie aus der Arbeitswelt gewohnt, mit Bleistift, Block und USB-Stick bewaffnet um mich vermitteln zu lassen. Aber hier geht man´s langsam an. Im wahrsten Sinn des Wortes.

Eine Frau kopiert meinen Reisepass (wozu frage ich mich, denn die Daten vom AMS sollten ja vorhanden sein) und hätte gerne meinen Meldezettel (wozu das nun wichtig ist, ist mir vollkommen schleierhaft) den ich aber nicht mitgenommen habe - auch kein Problem.

Dann setzte ich mich zusammen mit ca.10 anderen Personen verschiedenster Ethnien in einen Lehrsaal und warte. Auf Herrn Kaiser. Dieser soll für die nächsten 4 Wochen unser Betreuer sein. Soweit, sogut.

Dann erscheint er. Mächtig in der Statur, langsam im Vortrag. Ich sehe mich zurückversetzt in den Kindergarten, wo man mit erklärt:"Daaaaas iiiiiist ein Auuuuuutttttoooooo". Offenbar denkt man sich, dass ein Arbeitssuchender auch automatisch ein verbal Suchender sein muss.

Die Einführung in den Alltag bei Job-TransFair (ab jetzt kurz JTF) beginnt mit der allseits bekannten Antragstellung für die 1,02 Fahrtgeld (der Betrag ist eine Frechheit - jemanden der schon fast nichts hat, auch noch 2,38 zu "unterschlagen" hat schon was an sich). Ja, und dann? Herr Kaiser bemüht sich, uns zu vermitteln, was JTF ist und wie es "funktioniert". "JTF ist gemeinnützig", sagt er, "und deshalb kann man an Firmen etwas zum Lohn beisteuern." Das wäre der Clue. Na gut. Und ein Personalberater wäre für 7-8 Suchende verfügbar, im Gegensatz zum AMS, wo ein Berater 500 Schäfchen hätte. Da ich jedoch glaube, dass niemand der anderen Anwesenden jemals einen "echten" Personalberater gesehen hat und ein Vergleich mit dem AMS lächerlich ist (da sitzen ja nur lebende Stempelkissen und Terminkalender) verbuche ich das mal unter "Gschichtl".

Ja und - weiter? Nach nichtmal einer Stunde verläßt uns Herr Kaiser. Eine nette, junge Dame verliest uns noch die Hausordnung. Und das war´s. Nach weniger als einer Stunde verlassen wir das Lokal und gehen unserer Wege. Bin gespannt, was heute auf uns zukommt.
Bis bald, Joe

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